Als kleines Kind sah ich auf unserem Dachboden einen Karton mit Seifen. Mein Vater erklärte mir, dass dieses noch "richtige, echte" Seifen sind und einfach das Beste, um seine Hände von der Arbeit als Maschinenschlosser zu reinigen. Ich fragte ihn damals, woraus denn Seife gemacht wird. Genau wusste er es auch nicht, aber er sagte mir, das ganz früher Seife aus Hundefett und -Knochen gemacht wurde.
Ich war völlig entsetzt und geschockt: Hundeknochen - damit waschen wir uns???
Auch wenn er mir versicherte, dass die Seifen in diesem Karton nicht mehr so hergestellt wurden, ging mir dieses Gespräch nie ganz aus dem Sinn und ich dachte oft daran wenn ich irgendwo Seife benutzte.
Einige Jahrzehnte später fand ich den Karton auf dem Dachboden meiner Eltern wieder. Er enthielt immer noch ein paar Seifenstücke und zu meiner Überraschung waren sie nach all den Jahren auf dem Dachboden immer noch relativ gut erhalten. Zwar waren sie teilweise braun und fleckig und alle rochen unangenehm ranzig. Aber sie waren noch voll funktionstüchtig, schäumten und reinigten.
Nun wollte ich definitiv wissen wie Seife hergestellt wird und las einiges darüber. Dabei stellte ich fest, dass es relativ einfach möglich ist, gute, pflegende Seife selber herzustellen und dabei völlig auf überflüssige Chemie oder Tierprodukte zu verzichten.
Ich habe es schon immer geliebt Sachen selber herzustellen und unabhängig zu sein von der Industrieware mit all Ihren Konservierungs- und Zusatzstoffen. So siedete ich meine erste Seife mit Kräutern aus meinem Garten und natürlichen, pflegenden und veganen Fetten.
Das Ergebnis war eine wunderbar pflegende Seife und ich wurde sofort vom Seifenvirus infiziert und siedete rund um mich zu.
So wurde die Siederei für mich zu einem wunderbaren Hobby, das ich perfekt mit meiner Liebe zu allem Natürlichen und auch zu meinem Garten verbinden kann, indem ich die Kräuter, Blüten und Blumen daraus teilweise mit in den Seifen verarbeite.
Noch heute besitze ich diesen alten Karton mit dem mein Hobby begann und wenn ich an einem Markt bin, kommen meistens einige alte Seifenstücke zur Dekoration mit.